Schlaflosigkeit – wann lohnt es sich, einen Psychiater zu konsultieren?
Schlaflosigkeit bedeutet nicht immer eine psychische Erkrankung, aber anhaltende Schlafstörungen, Angst, gedrückte Stimmung oder zunehmende Erschöpfung erfordern eine ärztliche Abklärung.
Schlaflosigkeit kann sich in Einschlafschwierigkeiten, häufigem nächtlichem Erwachen, zu frühem Aufwachen am Morgen oder dem Gefühl eines nicht erholsamen Schlafs äußern. Kurzfristige Schlafprobleme treten häufig in Phasen von Stress, Veränderungen des Tagesrhythmus, Krankheit oder Überlastung auf. Wenn die Beschwerden jedoch anhalten, wiederkehren und die Funktionsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen, sollten sie als medizinisches Problem und nicht nur als „schlechtere Phase“ betrachtet werden.
Eine psychiatrische Abklärung ist sinnvoll, wenn die Schlaflosigkeit von chronischer Angst, gedrückter Stimmung, Energieverlust, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Panikattacken, aufdringlichen Gedanken, einem anhaltenden Spannungsgefühl oder einer deutlichen Verschlechterung der Alltagsfunktion begleitet wird. Eine Konsultation ist auch dann angezeigt, wenn der Patient regelmäßig zu Alkohol, Beruhigungsmitteln oder Schlafmitteln ohne ärztliche Kontrolle greift, um einschlafen zu können. Besonders dringende Hilfe erfordern Suizidgedanken, das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Verhalten zu verlieren, oder psychotische Symptome.
Schlaflosigkeit kann viele Ursachen haben. Sie kann mit Angststörungen, Depressionen, bipolarer affektiver Störung, chronischem Stress, Schmerzen, Schilddrüsenerkrankungen, Schlafapnoe, eingenommenen Medikamenten, Suchtmitteln oder einem unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zusammenhängen. Deshalb sollte sich die Diagnostik nicht ausschließlich auf die Frage beschränken: „Welches Schlafmittel soll angewendet werden?“ Wichtig ist, herauszufinden, warum sich der Schlaf verschlechtert hat und ob die Schlaflosigkeit ein Symptom eines anderen gesundheitlichen Problems ist.
Während der Konsultation fragt der Psychiater nach der Dauer der Schlaflosigkeit, dem Tagesrhythmus, den Einschlaf- und Aufwachzeiten, Nickerchen, Genussmitteln, chronischen Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten sowie psychischen Symptomen. Manchmal ist ein über 1–2 Wochen geführtes Schlaftagebuch hilfreich. Die Behandlung kann Psychoedukation, die Arbeit an den Schlafgewohnheiten, die Behandlung der Grunderkrankung, Psychotherapie und in ausgewählten Situationen auch eine Pharmakotherapie umfassen. Schlafmittel sollten weder als einzige noch als automatische Lösung betrachtet werden.
Für den Termin empfiehlt es sich, eine Liste der eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Informationen zu Genussmitteln, eine Beschreibung des typischen Schlafrhythmus sowie der tagsüber auftretenden Beschwerden vorzubereiten. Wichtig ist auch anzugeben, seit wann das Problem besteht und was ihm vorausgegangen ist. Bei ProfessMed kann eine psychiatrische Konsultation dabei helfen zu beurteilen, ob die Schlaflosigkeit mit psychischen Störungen, Stress, einer medikamentösen Behandlung oder anderen Faktoren zusammenhängt, die eine weiterführende Diagnostik erfordern.