Zum Inhalt springen

Wann sollte man ein Kind bei einem Kinderneurologen vorstellen?

Entwicklungsverzögerungen, Krampfanfälle, Kopfschmerzen, Störungen der Muskelspannung oder eine plötzliche Verhaltensänderung beim Kind können eine neurologische Konsultation erforderlich machen.

Der Kinderneurologe befasst sich mit der Beurteilung der Entwicklung und Funktion des Nervensystems bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Eine Konsultation kann sowohl bei kleinen Kindern erforderlich sein, bei denen die Eltern Entwicklungsauffälligkeiten beobachten, als auch bei älteren Kindern mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Gleichgewichtsstörungen, auffälligem Muskeltonus oder anderen neurologischen Symptomen. Nicht jede beunruhigende Beobachtung bedeutet eine ernsthafte Erkrankung, aber anhaltende oder sich verstärkende Symptome sollten mit einem Spezialisten besprochen werden.

Bei Säuglingen kann unter anderem eine deutliche Asymmetrie der Körperhaltung, übermäßige Schlaffheit oder Steifheit, Schwierigkeiten beim Füttern, eine verzögerte Entwicklung, beunruhigende anfallsartige Bewegungen oder ein komplizierter Schwangerschafts- oder Geburtsverlauf Anlass für eine Konsultation sein. Bei älteren Kindern sollten wiederkehrende Kopfschmerzen, Ohnmachtsanfälle, Episoden von Bewusstseinsverlust, Krampfanfälle, Gangstörungen, Schwäche der Gliedmaßen, eine plötzliche Verschlechterung der Leistungsfähigkeit, Koordinationsstörungen oder Symptome, die auf einen Entwicklungsrückschritt hindeuten, besondere Aufmerksamkeit erregen.

Besondere Vorsicht ist bei plötzlich auftretenden Symptomen geboten. Dringende medizinische Hilfe erfordern unter anderem der erste Krampfanfall, ein Anfall nach einer Kopfverletzung, Bewusstseinsstörungen, Nackensteifigkeit mit Fieber, starke Kopfschmerzen mit Erbrechen, plötzlich auftretende Schwäche einer Gliedmaße sowie Sprach-, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen. In solchen Situationen sollte man nicht auf einen regulären Termin warten, sondern sich umgehend medizinisch untersuchen lassen.

Während der Konsultation erhebt der Kinderneurologe eine ausführliche Anamnese zum Verlauf der Schwangerschaft, der Geburt, der Entwicklung des Kindes, zu durchgemachten Erkrankungen, den Symptomen und ihrer Häufigkeit. Wichtig ist eine dem Alter des Kindes angepasste neurologische Untersuchung. Der Arzt beurteilt unter anderem den Muskeltonus, die Reflexe, die Koordination, die Art der Fortbewegung, die Funktionen der Hirnnerven sowie die allgemeine psychomotorische Entwicklung. Je nach klinischem Bild kann er weitere Untersuchungen oder Konsultationen empfehlen.

Zum Termin lohnt es sich, das Kinderuntersuchungsheft, Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus, Befunde früherer Untersuchungen, Informationen zum Verlauf von Schwangerschaft und Geburt sowie eine kurze Liste der beobachteten Symptome mitzubringen. Wenn Anfälle oder ungewöhnliche Bewegungen auftreten, kann eine kurze Videoaufnahme hilfreich sein, sofern sie gemacht werden kann, ohne die Hilfe für das Kind zu verzögern. Bei ProfessMed ermöglicht die kinderneurologische Konsultation, die Symptome zu beurteilen, die Diagnostik zu strukturieren und das weitere Vorgehen zu planen.