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Schmerzen der Lendenwirbelsäule und Ischias – wann sollte man einen Spezialisten aufsuchen?

Schmerzen der Lendenwirbelsäule und Ischias – wann sollte man einen Spezialisten aufsuchen?

Rückenschmerzen sind häufig die Folge einer Überlastung, doch Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, Taubheitsgefühle, eine verminderte Muskelkraft oder Probleme beim Wasserlassen erfordern eine ärztliche Abklärung.

Schmerzen der Lendenwirbelsäule gehören zu den häufigeren Gründen für einen Arztbesuch beim Orthopäden oder Physiotherapeuten. Bei vielen Patienten stehen sie im Zusammenhang mit Überlastung, langem Sitzen, eingeschränkter körperlicher Aktivität, einer Verletzung oder degenerativen Veränderungen. Rückenschmerzen allein bedeuten nicht immer eine ernsthafte Erkrankung, doch ihr Charakter, ihre Dauer und begleitende Symptome sind für das weitere Vorgehen von großer Bedeutung.

Die häufigsten Ursachen von Kreuzschmerzen

Am häufigsten haben Schmerzen im unteren Rücken eine mechanische Ursache — sie entstehen durch Überlastung von Muskeln, Bändern und Gelenken der Wirbelsäule. Begünstigt werden sie durch langes Sitzen, körperliche Arbeit mit schwerem Heben, fehlende regelmäßige Bewegung, Übergewicht und eine schwache Rumpfmuskulatur. Mit zunehmendem Alter treten häufiger degenerative Veränderungen der Bandscheiben und Gelenke auf, die nicht immer Beschwerden verursachen, aber wiederkehrende Schmerzen begünstigen können.

Ein Bandscheibenvorfall (Bandscheibenerkrankung) ist eine Verlagerung eines Teils der Bandscheibe, die eine Nervenwurzel komprimieren oder reizen kann. Er ist eine der häufigsten Ursachen für Ischias. Bei manchen Menschen, vor allem bei älteren, gehen die Beschwerden auf eine Stenose zurück, also eine Verengung des Wirbelkanals — typisch sind dann Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Beinen, die beim Gehen zunehmen und nach einer Pause oder beim Vorbeugen nachlassen.

Ischias — Symptome

Ischias ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Schmerzen, die vom unteren Rücken in das Gesäß und das Bein ausstrahlen, häufig im Zusammenhang mit einer Reizung oder Kompression einer Nervenwurzel. Begleitend können Taubheitsgefühle, Kribbeln, ein Schwächegefühl im Bein oder eine Verstärkung der Schmerzen beim Husten, Niesen oder längeren Sitzen auftreten. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von milden Symptomen bis hin zu solchen, die das Gehen, den Schlaf und den Alltag deutlich einschränken.

Warnsymptome

Dringende medizinische Hilfe erfordern Alarmsymptome wie: plötzlich nachlassende Muskelkraft im Bein, eine zunehmende Lähmung, Störungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Taubheitsgefühl im Dammbereich, Fieber mit starken Rückenschmerzen, Schmerzen nach einer schweren Verletzung oder Schmerzen bei einer Person mit einer Krebserkrankung in der Vorgeschichte. In solchen Situationen sollte man nicht auf einen regulären Beratungstermin warten oder sich allein auf Schmerzmittel beschränken.

Diagnostik

Die Diagnostik von Rückenschmerzen beginnt mit einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt oder Physiotherapeut beurteilt die Schmerzlokalisation, den Bewegungsumfang, die Muskelkraft, das Empfinden, die Reflexe sowie Faktoren, die die Beschwerden verstärken. Bildgebende Untersuchungen wie Magnetresonanztomographie oder Röntgen sind nicht immer sofort erforderlich. Ob sie durchgeführt werden, hängt vom klinischen Bild, der Dauer der Beschwerden, neurologischen Symptomen sowie dem Verdacht auf eine konkrete Schmerzursache ab.

Gut zu wissen: Veränderungen, die in der Magnetresonanztomographie sichtbar sind, z. B. Bandscheibenvorwölbungen, kommen häufig auch bei Menschen ohne Beschwerden vor. Deshalb wird das Ergebnis einer bildgebenden Untersuchung immer zusammen mit den Symptomen und der Untersuchung des Patienten interpretiert und nicht losgelöst davon.

Behandlung und Rückkehr zur Aktivität

Bei den meisten Patienten bessern sich akute Kreuzschmerzen und Ischias im Laufe einiger Wochen allmählich. Statt langer Bettruhe wird empfohlen, im Rahmen der Schmerztoleranz moderat aktiv zu bleiben. Wenn die Beschwerden nicht abklingen, wiederkehren oder von neurologischen Symptomen begleitet werden, kann der Spezialist unter anderem Physiotherapie, eine medikamentöse Behandlung, eine Schmerzblockade oder — in ausgewählten Fällen — eine Abklärung im Hinblick auf eine operative Behandlung vorschlagen.

Die Behandlung wird individuell abgestimmt. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten bilden Aufklärung, die schrittweise Rückkehr zur Aktivität und eine auf die Funktionsverbesserung ausgerichtete Physiotherapie die Grundlage. In anderen Fällen ist eine orthopädische, neurologische oder neurochirurgische Konsultation erforderlich, insbesondere wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind, wiederkehren oder mit neurologischen Defiziten einhergehen. Bei ProfessMed können Patientinnen und Patienten mit Rückenschmerzen eine fachärztliche Konsultation und Physiotherapie in Anspruch nehmen, sodass das weitere Vorgehen an die tatsächliche Ursache des Problems angepasst werden kann.

Geht Ischias von selbst vorbei?

Bei vielen Patienten lassen die Ischias-Symptome innerhalb einiger Wochen deutlich nach, besonders wenn sie aktiv bleiben und schrittweise zu ihren Alltagsaktivitäten zurückkehren. Das bedeutet jedoch nicht, dass man endlos abwarten sollte. Wenn die Schmerzen sehr stark sind, nicht nachlassen, wiederkehren oder Taubheitsgefühl und Schwäche im Bein auftreten, ist eine fachärztliche Beurteilung erforderlich.

Wie lassen sich Rückfälle vermeiden?

Das Risiko weiterer Schmerzepisoden verringern regelmäßige körperliche Aktivität, Übungen zur Kräftigung der Rumpf- und Gesäßmuskulatur, Pausen bei langem Sitzen sowie ein gesundes Körpergewicht. Bei Büroarbeit hilft es, die Höhe von Stuhl und Monitor anzupassen, bei körperlicher Arbeit, Lasten mit gebeugten Knien und nah am Körper zu heben. Ein Physiotherapeut kann ein Übungsprogramm passend zu den konkreten Beschwerden zusammenstellen.

An wen sollten Sie sich wenden?

Bei Rückenschmerzen ohne Warnsymptome ist eine orthopädische oder physiotherapeutische Konsultation ein guter Ausgangspunkt. Stehen in das Bein ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Schwäche im Vordergrund, ist eine neurologische Konsultation hilfreich. Der Neurochirurg beurteilt Patienten mit Bandscheibenerkrankung, Spinalkanalstenose oder Wirbelgleiten, insbesondere wenn die konservative Behandlung keine Besserung bringt oder ein Eingriff erwogen wird.

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