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Medikamentenüberprüfung bei Senioren – warum ist sie wichtig?

Senioren nehmen häufig mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Eine regelmäßige Überprüfung der Pharmakotherapie hilft, die Sicherheit der Behandlung, das Risiko von Wechselwirkungen und die Anpassung der Empfehlungen an den aktuellen Gesundheitszustand zu beurteilen.

Bei älteren Menschen bestehen häufig mehrere chronische Erkrankungen gleichzeitig, wie Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit, Osteoporose, degenerative Erkrankungen, Gedächtnisstörungen oder chronische Schmerzen. In der Folge kann der Patient viele Medikamente gleichzeitig einnehmen, die oft von verschiedenen Fachärzten verordnet wurden. Allein die Tatsache, mehrere Präparate anzuwenden, bedeutet keinen Behandlungsfehler, erhöht jedoch den Bedarf an einer regelmäßigen Überprüfung und Strukturierung der Pharmakotherapie sowie an der Beurteilung, ob jedes Medikament weiterhin notwendig ist, gut vertragen wird und korrekt angewendet wird.

Eine Überprüfung der Medikamente ist besonders wichtig, wenn ein Senior unter Schwindel, Stürzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Gedächtnisverschlechterung, Blutdruckabfällen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Übelkeit, Blutungen, Ödemen oder neuen Beschwerden leidet, die nach einer Änderung der Behandlung aufgetreten sind. Manche Nebenwirkungen können Krankheitssymptomen ähneln oder fälschlicherweise als natürlicher Bestandteil des Alterns angesehen werden. Bei älteren Menschen kann der Körper Medikamente anders verstoffwechseln und ausscheiden, und das Risiko von Wechselwirkungen steigt mit der Anzahl der eingenommenen Präparate.

Zur Beurteilung sollten nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente angegeben werden, sondern auch rezeptfreie Präparate, Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Kräuter, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel. Manche Patientinnen und Patienten betrachten Nahrungsergänzungsmittel nicht als „Medikamente“ und erwähnen sie deshalb beim Arztbesuch nicht. Das ist ein Fehler, denn auch solche Präparate können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Wichtig ist außerdem zu prüfen, ob die Patientin oder der Patient die Medikamente gemäß den Empfehlungen einnimmt, die Dosierung versteht und keine Präparate mit ähnlicher Zusammensetzung doppelt einnimmt.

Der Geriater betrachtet die Behandlung älterer Menschen ganzheitlich. Er berücksichtigt chronische Erkrankungen, die körperliche Leistungsfähigkeit, kognitive Funktionen, das Sturzrisiko, Untersuchungsergebnisse, die Selbstständigkeit des Patienten sowie die realistischen Möglichkeiten, ärztliche Empfehlungen einzuhalten. Ziel ist nicht, die Anzahl der Medikamente automatisch zu reduzieren, sondern die Behandlung so zu strukturieren, dass sie möglichst sicher, verständlich und an den aktuellen Gesundheitszustand angepasst ist. Manche Medikamente müssen weiter eingenommen werden, andere sollten angepasst werden, und bei einem Teil kann ein Absetzen ausschließlich nach ärztlicher Beurteilung in Betracht gezogen werden.

Zur geriatrischen Konsultation sollte man eine vollständige Liste der Medikamente mit Dosierungen, die Verpackungen der eingenommenen Präparate, Untersuchungsergebnisse, Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus sowie Informationen von anderen Fachärzten mitbringen. Chronisch eingenommene Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt werden, insbesondere solche, die bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Epilepsie, Depressionen oder im Rahmen einer gerinnungshemmenden Behandlung angewendet werden. Bei ProfessMed kann eine geriatrische Konsultation dabei helfen, die Behandlung älterer Menschen zu strukturieren und sie im Kontext des gesamten Gesundheitszustands zu beurteilen.