Zum Inhalt springen

Anhaltende Heiserkeit – wann sollte man einen HNO-Arzt aufsuchen?

Heiserkeit hängt meist mit einer Infektion oder einer Überlastung der Stimme zusammen. Hält sie jedoch länger an, kehrt sie wieder oder wird sie von weiteren Beschwerden begleitet, sollte sie von einem HNO-Arzt abgeklärt werden.

Heiserkeit ist eine Veränderung des Stimmklangs, die sich durch eine Abschwächung, Dumpfheit, Rauheit, ein Wegbrechen der Stimme oder eine schnellere Ermüdung beim Sprechen äußern kann. Am häufigsten tritt sie im Verlauf von Infektionen der oberen Atemwege auf, nach intensiver Beanspruchung der Stimme, bei Reizung des Kehlkopfs, laryngopharyngealem Reflux, Allergien oder durch die Exposition gegenüber Tabakrauch. In vielen Fällen klingt sie von selbst ab, doch eine chronische oder wiederkehrende Heiserkeit sollte nicht ausschließlich als „Erkältung, die einfach nicht weggehen will“ betrachtet werden.

Ein Besuch beim HNO-Arzt ist ratsam, wenn die Heiserkeit länger als einige Wochen anhält, häufig wiederkehrt, ohne erkennbare Infektion auftritt oder sich trotz Schonung der Stimme verschlimmert. Besonders wichtig ist eine Konsultation, wenn sie von Halsschmerzen, einem Fremdkörpergefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, Atemnot, Bluthusten, einem vergrößerten Knoten oder Lymphknoten am Hals, unerklärlichem Gewichtsverlust oder einseitigen Ohrenschmerzen ohne erkennbare Ursache im Ohr begleitet wird. Plötzlich auftretende Atemnot oder ein pfeifendes Atemgeräusch erfordern umgehend medizinische Hilfe.

Die HNO-Untersuchung ermöglicht die Beurteilung von Nase, Rachen, Kehlkopf und Hals. Je nach Beschwerden kann der Arzt eine endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege durchführen, die eine genauere Beurteilung des Kehlkopfs und der Stimmlippen ermöglicht. Nicht jede Heiserkeit erfordert eine umfassende Diagnostik, doch ohne Untersuchung des Kehlkopfs lässt sich die Ursache einer chronischen Stimmveränderung nur schwer eindeutig feststellen. Bei Menschen, die beruflich stark auf ihre Stimme angewiesen sind, wie Lehrkräften, Dozenten, Trainern oder Personen, die häufig Telefongespräche führen, kann die HNO-ärztliche Beurteilung besonders wichtig sein.

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei einer Infektion wird anders vorgegangen als bei einer Überlastung der Stimme, Reflux, entzündlichen Veränderungen, Stimmlippenknötchen oder dem Verdacht auf eine Veränderung, die eine weiterführende Diagnostik erfordert. Die alleinige Anwendung von Lutschtabletten oder Hausmitteln kann die Reizung lindern, löst jedoch das Problem nicht, wenn die Ursache im Kehlkopf, in Reflux, einer chronischen Entzündung oder einer organischen Veränderung liegt.

Für den Termin ist es sinnvoll, Informationen dazu vorzubereiten, seit wann die Heiserkeit besteht, ob sie nach einer Infektion aufgetreten ist, ob die Stimme im Laufe des Tages ermüdet, ob Sodbrennen oder saures Aufstoßen vorkommen, ob der Patient raucht und ob die Stimme beruflich intensiv genutzt wird. Bei ProfessMed kann eine HNO-ärztliche Konsultation dabei helfen, die Ursache der Heiserkeit festzustellen, die passende Behandlung auszuwählen und zu entscheiden, ob eine weitere Diagnostik erforderlich ist.