Harninkontinenz ist bei älteren Menschen häufig, gehört aber nicht „normal“ zum Älterwerden. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen — Medikamente, chronische Erkrankungen, Beweglichkeit und geistige Fähigkeiten —, deshalb lohnt sich ein ganzheitlicher Blick auf das Problem.
Harninkontinenz im Alter — geriatrische Konsultation
Harninkontinenz ist bei älteren Menschen häufig, gehört aber nicht „normal“ zum Älterwerden. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen — Medikamente, chronische Erkrankungen, Beweglichkeit und geistige Fähigkeiten —, deshalb lohnt sich ein ganzheitlicher Blick auf das Problem.
Beschreibung des Problems
Die Inkontinenz kann belastungsbedingt (beim Husten, Niesen, Aufstehen), dranghaft (plötzlicher, starker Harndrang) oder gemischt sein.
Bei Senioren werden die Beschwerden häufig durch Medikamente wie Entwässerungs- oder Schlafmittel verstärkt, außerdem durch Harnwegsinfekte, Verstopfung, Diabetes, neurologische Erkrankungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit, die den rechtzeitigen Toilettengang erschwert.
Der Geriater beurteilt diese Faktoren gemeinsam: Er überprüft die eingenommenen Medikamente, Begleiterkrankungen und die Alltagsfähigkeiten und empfiehlt bei Bedarf eine weiterführende urologische oder gynäkologische Abklärung.
Häufigste Symptome
- Urinverlust beim Husten, Niesen oder bei Belastung
- plötzlicher, schwer beherrschbarer Harndrang
- häufiges Wasserlassen, auch nachts
- die Toilette nicht rechtzeitig erreichen
- Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
- wiederkehrende Harnwegsinfekte
Wann zum Arzt
- wenn die Beschwerden neu aufgetreten sind oder deutlich zugenommen haben
- wenn das Problem zeitlich mit einem neuen Medikament oder einer Dosisänderung zusammenfällt
- wenn Stürze, Gedächtnisprobleme oder nachlassende Beweglichkeit hinzukommen
- zeitnah — bei Schmerzen, Brennen, Fieber oder Blut im Urin
- dringend — wenn trotz Harndrang kein Wasserlassen möglich ist