Knieschmerzen – wann zum Orthopäden und wann zum Physiotherapeuten?
Knieschmerzen können durch Überlastung, Verletzungen, degenerative Veränderungen oder Entzündungen verursacht werden. Schwellungen, Blockaden, Instabilität oder Schmerzen nach einer Verletzung erfordern die Beurteilung durch einen Spezialisten.
Knieschmerzen sind eine häufige Beschwerde bei körperlich aktiven Menschen, bei Personen, die im Stehen arbeiten, nach Verletzungen sowie bei Patientinnen und Patienten mit Überlastungs- oder degenerativen Veränderungen. Betroffen sein können die Kniescheibe, Bänder, Menisken, Gelenkknorpel, Sehnen, Schleimbeutel oder muskuläre Strukturen. Allein die Schmerzlokalisation lässt nicht immer eine eindeutige Bestimmung der Ursache zu, daher sind auch die Entstehungsweise der Beschwerden, ihre Dauer, Schwellungen, der Bewegungsumfang und der Einfluss der Schmerzen auf das Gehen von Bedeutung.
Ein Termin beim Orthopäden ist nach einer Knieverletzung sinnvoll, insbesondere wenn Schwellungen, ein Hämatom, Schwierigkeiten beim Belasten des Beins, ein Instabilitätsgefühl, ein Springen oder Blockieren des Gelenks auftreten. Eine Konsultation ist auch dann angezeigt, wenn die Schmerzen trotz Ruhe anhalten, bei alltäglichen Aktivitäten wiederkehren oder das Treppenabsteigen, Hocken, Gehen oder sportliche Betätigung einschränken. Eine dringendere Abklärung ist erforderlich, wenn die Schmerzen mit Fieber, Rötung, deutlicher Überwärmung des Gelenks oder einer plötzlich auftretenden Unfähigkeit, das Knie zu bewegen, einhergehen.
Physiotherapie kann hilfreich sein, wenn die Schmerzen durch Überlastung, Muskelschwäche, eingeschränkte Beweglichkeit, Störungen der Bewegungskontrolle, die Rückkehr nach einer Verletzung oder nach abgeschlossener orthopädischer Behandlung verursacht werden. Der Physiotherapeut beurteilt nicht nur das Knie selbst, sondern auch die Art des Gehens, die Funktion von Hüfte und Fuß, den Bewegungsumfang, die Muskelkraft und die Belastungsmuster der Extremität. Ziel der Therapie ist nicht nur, den Schmerz „wegzumassieren“, sondern die Funktion zu verbessern und Faktoren zu reduzieren, die die Beschwerden aufrechterhalten können.
Die Diagnostik hängt vom klinischen Bild ab. Der Arzt kann ein Röntgen, einen Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie veranlassen, wenn er eine Schädigung der intraartikulären Strukturen, relevante degenerative Veränderungen, eine Entzündung oder Folgen eines Traumas vermutet. Nicht jedes Knie erfordert sofort eine Magnetresonanztomographie. In vielen Fällen bilden die Anamnese, die körperliche Untersuchung und die Beurteilung, ob die Beschwerden auf eine Überlastung, ein Trauma, eine degenerative Veränderung oder ein entzündliches Problem hinweisen, die Grundlage der Entscheidung.
Für den Termin empfiehlt es sich, Informationen dazu vorzubereiten, wann die Schmerzen begonnen haben, ob es zu einer Verletzung kam, wo genau das Knie schmerzt, was die Beschwerden verstärkt und ob Schwellungen, Blockierungen, Instabilität oder Bewegungseinschränkungen auftreten. Hilfreich sind außerdem frühere Befunde bildgebender Untersuchungen sowie die Behandlungsdokumentation. Bei ProfessMed kann ein Patient mit Knieschmerzen sowohl eine orthopädische Beratung als auch Physiotherapie in Anspruch nehmen, sodass das Vorgehen an die Ursache der Schmerzen und das individuelle Funktionsniveau angepasst werden kann.