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Frühzeitige Diagnostik in der Rheumatologie

Die Zeit von den ersten Symptomen bis zur Diagnosestellung ist bei rheumatischen Erkrankungen von entscheidender Bedeutung. Ein schnelles Eingreifen kann dauerhafte Gelenkschäden verhindern.

Rheumatische Erkrankungen sind eine breite Gruppe von Krankheiten, die Gelenke, Knochen, Muskeln, Sehnen, die Haut, Blutgefäße sowie innere Organe betreffen können. Ein Teil von ihnen hat einen autoimmunologischen oder entzündlichen Hintergrund, wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis. Eine frühzeitige Diagnose ist von großer Bedeutung, da eine unbehandelte chronische Entzündung zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit, Gelenkschäden und einer Verschlechterung der Alltagsfunktion führen kann. Bei entzündlichen Erkrankungen besteht das Ziel der Behandlung nicht nur darin, die Beschwerden zu lindern, sondern auch das Fortschreiten der Krankheit zu begrenzen.

Zu einer rheumatologischen Konsultation sollten vor allem Symptome veranlassen, die auf einen entzündlichen Charakter der Beschwerden hindeuten. Dazu gehören: anhaltende Gelenkschmerzen, Schwellung eines oder mehrerer Gelenke, Wärmegefühl im Bereich des Gelenks, morgendliche Steifigkeit, die in der Regel länger als 30 Minuten anhält, Schmerzen, die sich durch Bewegung bessern, sowie wiederkehrende Beschwerden des Bewegungsapparats ohne erkennbare Ursache. Von Bedeutung sind auch auffällige Blutuntersuchungsergebnisse, wie erhöhte BSG- oder CRP-Werte, insbesondere wenn sie mit Gelenkbeschwerden einhergehen. Nicht jeder Gelenkschmerz bedeutet eine rheumatische Erkrankung — ein Teil der Beschwerden ist auf Überlastung, Verletzungen oder degenerative Veränderungen zurückzuführen — daher ist die ärztliche Beurteilung wichtig.

Die rheumatologische Diagnostik beginnt mit einer sorgfältigen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Der Arzt beurteilt die Lokalisation der Schmerzen, die Dauer der Beschwerden, das Vorliegen von Schwellungen, den Bewegungsumfang, Morgensteifigkeit, Begleiterkrankungen sowie das Auftreten ähnlicher Erkrankungen in der Familie. Je nach klinischem Verdacht kann er Laboruntersuchungen anordnen, darunter BSG, CRP, Rheumafaktor RF, Anti-CCP-Antikörper oder ANA. Hilfreich sind auch bildgebende Untersuchungen wie Gelenkultraschall, Röntgen und in ausgewählten Fällen die Magnetresonanztomographie. Die Untersuchungsergebnisse sollten stets im Zusammenhang mit den Symptomen interpretiert werden, da Antikörper allein oder erhöhte Entzündungsparameter nicht automatisch eine Diagnose begründen.

Bei einigen entzündlichen Erkrankungen, insbesondere bei rheumatoider Arthritis, kann der frühzeitige Beginn einer krankheitsmodifizierenden Therapie, also mit DMARD, die Entzündungsaktivität begrenzen und das Risiko dauerhafter Gelenkschäden verringern. Die Behandlung wird individuell ausgewählt und berücksichtigt die Diagnose, die Krankheitsaktivität, Untersuchungsergebnisse, Begleiterkrankungen sowie die Sicherheit der Therapie. Eine rheumatologische Konsultation ist besonders angezeigt, wenn Schmerzen und Steifigkeit der Gelenke anhalten, wiederkehren, mehrere Gelenke betreffen oder mit Schwellungen sowie erhöhten Entzündungswerten einhergehen.